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Jeder dritte Bayer sieht Arbeit als Gesundheitsbelastung

Neue DAK-Studie untersucht betriebliche Prävention im Freistaat – Expertendialog mit Gesundheitsministerin Huml

Der Job als Krankmacher: Für knapp ein Drittel der Bayern wirkt sich die Arbeit negativ auf ihre Gesundheit aus. Gleichzeitig können nur weniger als die Hälfte der Beschäftigten spezielle Arbeitgeber-Angebote zur Gesundheitsförderung nutzen. 

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit für Bayern, die heute in München bei einem Experten-Dialog mit Gesundheitsministerin Melanie Huml vorgestellt wird. Nach der repräsentativen Umfrage könnten vor allem mehr Informationen und finanzielle Belohnungen dazu beitragen, die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten oder zu verbessern.

Laut DAK-Studie sehen 31 Prozent der befragten Bayern ihre Arbeit als Gesundheitsbelastung. Dabei gibt es je nach Beschäftigung und Alter deutliche Unterschiede. Die negativen Auswirkungen sind bei Arbeitern mit 46 Prozent besonders hoch. Dagegen erklärt fast jeder zweite Selbstständige, sein Job wirke sich positiv auf seine Gesundheit aus. Bei den unter 30-Jährigen sehen nur 22 Prozent einen positiven Einfluss. In der Altersgruppe über 60 Jahre sind es 39 Prozent.

„Die Ergebnisse zeigen, wie sich Arbeit auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirken kann“, sagt Sophie Schwab, Vertragschefin der DAK-Gesundheit Bayern. „Bei Berufseinsteigern oder Arbeitern mit relativ wenig Entscheidungsspielraum und Eigenverantwortung sind die Krankheitsrisiken offensichtlich größer.“ Arbeitgeber hätten deshalb eine besondere Verantwortung, um über das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) die Belastungen im Job zu reduzieren.

Nach der DAK-Befragung können in Bayern aber nur weniger als die Hälfte der Beschäftigten spezielle Angebote zur Gesundheitsförderung nutzen. Während bei Beamten 52 Prozent entsprechende Präventionskurse angeboten werden, sind es bei Arbeitern nur 30 Prozent. Im Vergleich der Altersgruppen bekommen die unter 30-Jährigen am seltensten eine betriebliche Gesundheitsförderung. „Unsere Studie zeigt, dass gerade jüngere Beschäftigte verstärkt Angebote benötigen, um ihnen einen positiven Einstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen“, erklärt Schwab.

Die DAK-Studie steht im Zentrum beim heutigen Experten-Dialog der DAK-Gesundheit mit Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml als Schirmherrin. Weitere Gastredner sind der Leiter für Sozial- und Gesellschaftspolitik der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Ivor Parvanov, der Ethik-Professor der Ludwig-Maximilian-Universität München, Prof. Georg Marckmann sowie der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Prof. Herbert Rebscher.

Für die Mehrheit der Bayern könnten mehr Informationen zur Gesundheitsförderung und finanzielle Belohnung für gesundheitsbewusstes Verhalten entscheidend dazu beitragen, die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten oder zu verbessern. Nur 36 Prozent der Befragten plädieren für höhere Steuern auf Alkohol und Zigaretten. Ebenfalls skeptisch wird eine verpflichtende Teilnahme von Beschäftigten an den Gesundheitsangeboten ihrer Arbeitgeber gesehen. 28 Prozent glauben, eine solche Regelung würde dazu beitragen, die Gesundheit zu verbessern. „Die Menschen wollen keine Verbote oder strikte Vorgaben, um sich gesünder zu verhalten“, sagte Sophie Schwab von der DAK-Gesundheit. „Sinnvoller sind Informationen und finanzielle Anreize, beispielsweise mit Bonusprogrammen für gesundheitsbewusstes Verhalten.“

Aus Sicht der Befragten ist jeder einzelne selbst in der Verantwortung, die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten oder zu verbessern. Dies erklärten 92 Prozent der 1.000 Frauen und Männer, die vom 10. Februar bis 11. März im Auftrag der DAK-Gesundheit durch das Forsa-Institut zur betrieblichen Gesundheitsförderung und zur Gesundheitsprävention befragt wurden. 31 Prozent der Bayern sehen auch  die Arbeitgeber in der Verantwortung und jeweils 28 Prozent auch den Staat bzw. die Krankenkassen.

Die DAK-Gesundheit ist mit 6,3 Millionen Versicherten eine der größten Krankenkassen in Deutschland.

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